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8. Juli 2025 - Florenz

Florenz ohne Fahrplan – und trotzdem auf Kurs

Es kann auch mal schön und gut sein, keinen Plan zu haben. Heute war mein einziger Plan, keinen Plan zu haben. Einziges Ziel: beim Parkplatz Villa Costanza parken, mit dem Tram Richtung Florenz fahren und den Tag auf mich zukommen lassen.

 

Manchmal mag ich es, wenn alles bis ins Detail durchgeplant ist. Und dann entdeckt man im Alltag doch wieder, wie gegensätzlich man teilweie unterwegs ist. Heute war der Plan, keinen Plan zu haben.

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Das Tram fährt leider nicht direkt ins Zentrum. Ich müsste umsteigen, habe ich erfahren. Aber bei diesem schönen Wetter hatte ich keine Lust, mich für ein paar Minuten Fahrzeit auf die Suche nach dem richtigen Bus zu machen. Also bin ich kurzerhand zu Fuss losgezogen.

 

In den vergangenen Tagen habe ich so viele Schritte zurückgelegt, dass mein Gang inzwischen eine seltsame Form angenommen hat – der Körper versucht offenbar, etwas auszugleichen, wo es gar nichts mehr auszugleichen gibt, wenn es überall ein bisschen „katert“. Das lag irgendwo zwischen verbissenem Durchhalten und passivem Widerstand. Heidi Klum hätte jedenfalls keine Freude gehabt.

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Über das Loslaufen ohne Ziel, Begegnungen auf zwei Rädern und warum Kutschen für Stadtrundfahrten ruhig ausgedient haben dürfen

Ich bin dann im Stechschritt losmarschiert, ohne zu wissen, wohin genau. Für einen kurzen Moment dachte ich: fast wie im richtigen Leben. Man hat keinen Plan, kein Ziel, nur diesen einen Impuls – sich in Bewegung zu setzen. Und manchmal ist das alles, was zählt: überhaupt loszugehen, statt stehenzubleiben und zu warten, bis alles klar ist.

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Kurz die Gedanken sortiert, kam mir die Idee, dass diese Hop-on-hop-off-Bustouren eigentlich immer eine gute Möglichkeit sind, um die Gegend, die Stadt und die Sehenswürdigkeiten zu entdecken. Man bekommt über den Audioguide wertvolle Infos und kann sich auch mal ein bisschen zurücklehnen. Also bin ich schnurstracks zum Touristik-Office und habe mir ein Ticket besorgt. Wie üblich gibt es eine rote und eine blaue Linie. Ein Blick auf den Plan – die Linien 'gescannt', so ungefähr wie bei „Matrix“ – und sogleich entschieden: Natürlich mache ich beide Linien. Ist doch klar. 

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Stadtführung mit Pedalantrieb und Herzblut​

Kurz durchgerechnet, wie das zeitlich machbar ist - die rote Linie ist weitläufig und geht bis nach Fiesole, aber da ist die letzte Tour schon relativ früh. Die blaue Linie führt ums Zentrum. Also habe ich zuerst einen Teil der blauen Linie genommen, um dort die Piazza Santa Croce, den Palazzo Vecchio und den Dom anzuschauen.

 

Dort habe ich dann Alex kennengelernt – einen Tourguide, bei dem ich spontan eine Stadtführung der besonderen Art gebucht habe. Eine Mischung aus klassischer Stadtführung und Erholung auf dem Bike. Leider werden in Florenz immer noch Kutschenfahrten angeboten. Tradition hin oder her – das gehört meiner Meinung nach längst abgeschafft. Durch Alternativen wie Stadtführungen mit Golftrolleys, Velos oder sonstigen Elektrowagen nimmt die Nachfrage hoffentlich stetig ab.

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Zurück zu Alex. Die Art der Führung hat mir super gefallen – mal wirklich etwas ganz anderes. Wir sind mitten durchs Zentrum gefahren, er hat viele Stopps eingebaut und mit viel Herzblut sein Wissen über Florenz weitergegeben. Nicht zu vergessen, die guten Insider-Tipps, was ich ausserhalb von Florenz unbedingt noch anschauen sollte. Das hat sich wirklich gelohnt – und richtig Spass gemacht.

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Sonne, Aussicht, Gaumenschmaus – manchmal braucht’s nicht mehr

Danach ging’s weiter mit der blauen Linie zum Piazzale Michelangelo. Dort habe ich mir ein feines Essen verdient. Der Platz selbst war mit den viele Zelten und Verkaufsständen, Spielflächen für Basketball, Volleyball etc. optisch zwar nicht so schön – aber mit der Aussicht, dem schönen Restaurant und an der Sonne war es richtig einladend und herrlich einfach zu geniessen.

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Ich bin dann auf die rote Linie gewechselt und habe die weitläufige Tour bis nach Fiesole gemacht. Es war sehr spannend, die verschiedenen Orte und Quartiere rund um Florenz zu sehen. Besonders gefallen hat mir San Domenico.

Es war heute ein wirklich gelungener Tag, und ich bin froh, Florenz besucht zu haben – ich hatte das zuerst eigentlich gar nicht eingeplant. Auch auf dem Rückweg ist wieder alles wie am Schnürchen gelaufen. Zwar mit etwas Stau, aber sonst ohne irgendwelche Zwischenfälle bin ich nach Chiesina gefahren, wo ich heute über Nacht bleiben werde.​

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