7. Juli 2025 - Chianti / San Gimignano
Auf der Suche nach der Magie - Entdecken der Chianti Region
Wer kennt es nicht – dieses Gefühl, wenn ein Ort einen auf unerklärliche Weise berührt? Ohne dass man sagen könnte, warum. Insgeheim wissen wir meist ziemlich genau, ob uns etwas gefällt oder nicht. Ob wir uns wohlfühlen, begeistert sind, oder einfach spüren: Hier passt es. Das gilt für viele Dinge im Leben – beim Reisen, im Beruf, bei der Wohnungssuche oder wenn wir ein Restaurant betreten. Unsere Wahrnehmung lässt sich oft nicht logisch erklären – aber sie ist da.
Am Morgen machte ich mich voller Vorfreude auf den Weg nach Greve in Chianti. Ich gönnte mir ein Frühstück auf der Piazza – eigentlich die perfekte Kulisse. Doch der Zauber blieb aus. Schön? Ja. Charmant? Vielleicht. Auf meiner Entdeckungsreise stelle ich immer wieder fest. Es gibt Orte, da geht einem das Herz auf und man fühlt sich sofort einfach wohl. Und dann gibt es andere – da bleibt dieses Gefühl aus. Mit Greve ist es mir so ergangen. Es hat mich einfach nicht bewegt. Kurzerhand machte ich eine Planänderung und legte eine neue Tagesroute fest. Ich nahm Radda ins Visier. Radda hat wirklich Charme und es gehört zu diesen Ort, an denen man auf jeden Fall einen Abstecher machen sollte.
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Castello die Brolio - 'ne vale la pena' – es lohnt sich!
Anschliessend ging es weiter zum Castello di Brolio. Schon die Anfahrt war ein Abenteuer: eine schmale Strasse, gesäumt von hohen Bäumen – wie die Fahrt durch einen verwunschenen Märchenwald. Links und rechts grosse Steine, daneben kleine Gräben – das Kreuzen mit entgegenkommenden Autos glich einem Geschicklichkeitsspiel. Aber genau das machte es so besonders.
Oben angekommen, war ich sofort fasziniert: die alten Mauern, der dichte Wald mit seinen einladenden Wegen – und natürlich die majestätischen Zypressenalleen. Es fühlte sich an wie ein kleiner Zeitsprung. Ich hätte am liebsten ein E-Bike geschnappt, um die Gegend zu erkunden – doch es gab leider keine. Also spazierte ich los – mit Geschichte im Gepäck, für 7 Euro Eintritt.
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Und es hat sich wirklich gelohnt: die kleine St.-Jakobus-Kapelle, die herrschaftliche Residenz mit Blick über die weiten Hügel – alles durchzogen von einer fast ehrfürchtigen Stille. Für Weinliebhaber gäbe es übrigens auch eine Degustation. Im Restaurant direkt unterhalb gönnte ich mir eine kulinarische Pause. Und wie so oft in Italien war das Essen wieder einmal mehr 'molto fantastico' – und der Service dazu einfach top.
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Weiter ging’s nach Castellina in Chianti, einer kleinen Gemeinde in der Provinz Siena. Die besonderen unterirdische Gänge, originelle Skulpturen, eine hübsche Kirche und einladende Plätze – Castellina hat seinen ganz eigenen Charme. Ich liess mich in einem der Cafés nieder, bestellte einen Cocktail und ein Tartufo di Cioccolato und genoss einfach den Moment.
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Es war schon später Nachmittag. Soll ich jetzt noch weiter nach San Gimignano?
Natürlich ja. Gut, es lag nicht direkt auf dem Weg – aber mit der richtigen Musik im Ohr und den toskanischen Hügeln vor Augen wird selbst die Fahrt zum Erlebnis.
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Das Beste kommt zum Schluss: Gelato, Höhenmeter und wunderbare Klänge
Am frühen Abend kam ich in San Gimignano an – und war sofort im Entdeckermodus. Dom, Torre Grossa, Museum – alles sollte noch rein, bevor es schloss. Im Eilschritt also zum Ticket Office, Kombiticket gekauft – und hinauf! Die Stufen waren schweisstreibend, aber der Blick von oben einfach atemberaubend.
Nach dem sportlichen Teil gönnte ich mir ein Gelato aus der berühmten Gelateria Dondoli (ja, die mit den ganzen Auszeichnungen) und schlenderte zur Rocca di Montestaffoli. Auch von dort: ein herrlicher Blick, Weite, Ruhe. Ein Ort zum Durchatmen.
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Glücklich darüber, wie sich der eher ernüchternde Start des Tages noch entwickelt hatte, liess ich mich durch die Gassen treiben – und fand zufällig heraus, dass an diesem Abend ein Live-Konzert auf der Piazza stattfand.
Zwar schon etwas müde, wollte ich mir das natürlich nicht entgehen lassen. Um die Wartezeit bis zum Konzert zu überbrücken, kehrte ich in das Restaurant ein, das ich schon bei meiner Ankunft ins Auge gefasst hatte – mit traumhafter Aussicht über das Tal. Und ich hatte Glück: Der schönste Tisch war noch frei.
Mit vollem Bauch und glücklichem Herzen lauschte ich später den melodiösen Klängen in dieser besonderen Abendstimmung – mit warmem Licht, Musik und einem Gefühl von Tiefe und Leichtigkeit zugleich.
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Um 22:30 Uhr fuhr ich zurück nach Figline Valdarno, wo ich nochmals übernachtete. Auch mit dem Auto klappte heute wieder alles reibungslos.
Was für ein Tag - ein Tag voller Eindrücke, voller Spontaneität – und ja, voller kleiner, magischer Momente.







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